„Meggle fördert Gründer und Unternehmermut“

Wasserburg. „Initiative zeigen, das heißt Wichtiges und Richtiges zu tun, ohne den Auf- trag dazu erhalten zu haben.“ Dieser Leitgedanke bestimmte die fünfte Verleihung des Meggle Gründerpreises im Wasserburger Rathaus in doppelter Hinsicht. Er gelte nicht nur für die Jungunternehmer, betonte Bay- erns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann als Ehrengast, sondern auch für die Stifter des Gründer-Preises, Toni und Marina Meggle. Sie zeigen nicht nur selbst unternehmerische Initiative und Verantwortung, sondern unterstützen diese Initiative auch bei anderen. Die Preisträger stammen heuer alle aus dem Kreis Rosenheim; allerdings können sich auch Unternehmer aus den Kreisen Mühldorf, Traunstein und Ebersberg um die Auszeichnung von Meggle bewerben. Zielgrup- pe sind alle jungen Unternehmen aus den vier Landkreisen, die nach Gründungsinitative mindestens drei, jedoch höchstens sieben Jahre in unabhängiger Entwicklung mit innovativen Produkten oder Dienstleis- tungen erfolgreich am Marktagieren. Zur Bewerbung gehören eine überzeugende Darstellung des Geschäftsmodells, die Originalität und die Geschäftsentwicklung der ersten Jahr in Kurzform mit Business-Plan und Erfolgskennzahlen.

Umrahmt wurde die Festveranstaltung im historischen Saal im Wasserburger Rathaus, mittlerweile ein Höhepunkt im Jahreslauf des Wasserburger Gesellschaftslebens, vom Belmonte Quartett des Mozarteums in Salzburg. Die Preisträger sind heuer die Ledermanufaktur Lerner aus Amerang (25 000 Euro), das Unternehmen B 11 mit der Spezialität mobiler Akustik-Module aus Edling (15 000 Euro) und Marcus Fußstetter aus Wasserburg mit der Gründeridee mobiler Kochmöbel (10 000 Euro). Alle drei Jung-Unternehmer setzen außerdem auf die Verarbeitung regionaler Rohstoffe und Partnerschaft mit regiona- len Unternehmen. Die Ledermanufaktur Lerner gestaltet Ledergürtel, Hosenträger für Trachten oder andere Leder-Accessoires per Lasertechnik mit individuellen Mustern. Sein Großvater habe für diese Arbeiten noch glühende Nägel benutzt, berichtete Preisträger Klaus Lerner.

Dass die Auszeichnungen des Meggle-Gründerpreises nicht ins Leere gehen, berichteten die Preisträger aus dem vergangenen Jahr. Alle drei Unternehmen, die Camba Bavaria aus Truchtlaching, die Prechtl Engi- neering GmbH aus Traunstein und die Impact Innovations GmbH aus Haun im Kreis Mühldorf habe ihre Aktivitäten ausgebaut und wachsen. Eine Sonderstellung nimmt dabei die Prechtl Engineering GmbH ein. Unternehmer Jakob Prechtl nutzte sein Preisgeld nicht kommerziell, sondern gemeinnützig, um die Entwicklung und Fertigung von OP-Ge- räten und Mikroskopen für HNO-Operationen in ärmsten Entwicklungsländern und unter schwierigsten Bedingungen vor- anzutreiben. Heimatwirtschaft stellte das soziale Unternehmen in der Nikolausausgabe im vergangenen Jahr vor.

Ehrengast Joachim Herrmann bekannte sich zum Auftrag des Staates, die notwendige Ver- kehsrinfrastruktur für Wirtschaft und Wirtschaftswachstum bereitzustellen, vor allem in einem Land mit den Ansprüchen eines Exportweltmeisters, denn ohne Transport kein Export. Nur wenn alle Verkehrs- mittel – Straßen, Schienen, Rad- verkehr, Wasserwege und Luft- verkehr – optimal zusammen- wirkten, würde größtmögliche Flexibilität erreicht. Dies sei einer der Hauptgründe dafür, dass man in der Bayerischen Verkehrspolitik konsequent auf Vernetzung, Intermodalität und auch Digitalisierung setze.

Details zum Meggle-Gründerpreis und zu den aktuellen Preisträgern:

www.meggle-group.de www.ledermanufaktur-lerner.de www.acoustic-worx.de www.mevo-fussstetter.de